Vom Winde verweht. Neulich, in der Fußgängerzone lief mir Ronny Raffke über den Weg. „Hallo Ronny,alter Renditefuchs, warum so eine finstere Mine? „Sind die Aktien im Keller?“ fragte ich besorgt. Freund Ronny gibt Geld und will es Ertragreich zurück. „Komme gerade von meinem Steuerberater. Der sagt bei den im Augenblick üblichen Zinsen von 1%, sind Angebote mit einer 7% Rendite sehr riskant.“Je höher die Risikoprämie, desto wahrscheinlicher auch ein Totalausfall“. „Aber Du hast doch einiges Geld in Beteiligungen an Windparks gesteckt“. „Genau, habe leider erst jetzt von meinem Berater und aus der Presse weitere Details erfahren“. Komm erzähl mal: „Es gibt bei diesen Projekten Beteiligte die verdienen ihr Geld unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg der WKA : „Projektentwickler, Gutachter, Planer, Windrad- Hersteller, Fundamenthersteller, Kranverleiher, Straßenbaufirmen, Versicherer, Finanz- und Vertriebsfirmen, Rechtsanwälte und Steuerberater“. Mittlerweile gibt es eine Liste der Betreiber die in Konkurs sind. Der Wind ist der einzige Produktionsfaktor, der den Energieertrag erzeugt. Ein Betriebsjahr hat 8760 Stunden. Die mittlere Anzahl Vollaststunden(VLh) der deutschen Windkraftwerke betragen gerade mal 1400.Im Odenwald werden es noch weniger sein. Es ist ein garantiertes Verlustgeschäft. Also, wenn das alles so ein tolles Geschäftsmodell wäre, würden denen die Banken nachlaufen und sie könnten das zu 2,5% Zins finanzieren. „Mensch, Ronny“, ich konnte ihn kaum bremsen und sagte:“Deshalb möchte man den Bürger mitnehmen“, wie es so schön heißt. „Wer in ein Bürgerwindrad im Odenwald Geld investiert muss schon heroische Gründe haben. Immer wenn man bei solchen Projekten die Bürger mit ins Boot holt, droht das Boot zu kentern“. So mein Einwand, und weiter, „Genuss-Scheine haben wenig Rechte. Es besteht das Risiko, dass die Rückzahlung der Anteilscheine gänzlich ausfällt, so dass der Anleger sein eingesetztes Kapital verliert“. TOTALVERLUST.“Wir haben genügend Teilzeitenergie die es zu verteilen gilt. Noch mehr davon, ohne Vollzeitenergie als konstante Größe, macht keinen Sinn“. Ich wollte ihm gerade einen von den Windbeuteln die ich zuvor beim Bäcker gekauft hatte anbieten, als unweit ein Straßenmusikant „Blowin in the Wind“ zu singen anfing. „Der Kerl nervt“, brummte Ronny und warf einen verächtlichen Blick auf den Musiker. „Hier nimm“, ich griff in meine Einkaufstasche, ein 13% Genuss-? ……. „Schein“ unterbrach er mich sofort. Einen Augenblick sah ich Euro-Zeichen in seinen Augen aufblitzen. „Nein“…..Ich überreichte ihm eine Flasche Rotwein Chateau Grand Moulin.