PRESSEMITTEILUNG
30. Dezember 2016
Genehmigung zweier Odenwälder „Windparks“ auf dem Kahlberg (Fürth/Grasellenbach) und auf dem Stillfüssel (Wald-Michelbach) ist verantwortungslos

Die Genehmigung zweier Odenwälder „Windparks“ auf dem Kahlberg bei Fürth/Grasellenbach und auf dem Stillfüssel in Wald-Michelbach (beide im südhessischen Kreis Bergstraße) durch das Regierungspräsidium Darmstadt sind verantwortungslos und ein Schlag ins Gesicht tausender Menschen der Region, die sich ihrer Natur und Landschaft verbunden fühlen.

Obwohl sich gegen den Bau der Windindustrieanlagen auf dem Kahlberg und auf dem Stillfüssel zahlreiche Bürgerinitiativen der Region, der Naturschutzverein Initiative Hoher Odenwald e.V. (IHO), die Naturschutzinitiative e.V. (NI), der NABU-Kreisverband Bergstraße und die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) ausgesprochen haben, hat das Regierungspräsidium Darmstadt offensichtlich auf politischen Druck die Genehmigung erteilt. Es ist völlig unverständlich, dass hierdurch Landschaften und naturnahe Ökosysteme erheblich geschädigt werden.

„Am Stillfüssel, oberhalb des Eiterbachtals, und am Kahlberg, mit der bekannten Walburgiskapelle, sind zahlreiche geschützte Arten wie der Schwarzstorch nachgewiesen, außerdem etliche Fledermausarten“, so erklärten Harry Neumann, Bundesvorsitzender sowie hessischer Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative e.V. (NI) und Michael Hahl, Vorsitzender Initiative Hoher Odenwald (IHO) und Länderbeirat der NI. Ein Horst im Tabubereich sei vom deutschlandweit renommierten Experten Carsten Rohde eindeutig dem Schwarzstorch zugeordnet worden, was auch von der Staatlichen Vogelschutzwarte bestätigt wurde. „Bei beiden Standorten sind Wasserschutzgebiete und herausragende Kulturlandschaften mit wichtigen Kulturgütern betroffen, wodurch auch der „UNESCO Global Geopark“ immens an Wertigkeit verliert, so Geograph Michael Hahl weiter.

„Wer bei einem solchen Vorgehen noch von ‚Ökostrom‘ und ‚Umweltschutz‘ spricht, der stellt  die naturschutzfachlichen und artenschutzrechtlichen Fakten auf den Kopf. Hier soll wohl eher im Sinne einer grünen Ideologie der Natur- und Landschaftsschutz auf dem Altar einer falschen Energiewende geopfert werden. Dass eine Partei, die die Bewahrung der Schöpfung in ihrem  Parteiprogramm stehen hat, dies aus machtpolitischen Gründen mitmacht, ist unverantwortlich und das werden wir zukünftig auch thematisieren“, erklärte NI-Bundes- und Landesvorsitzender Harry Neumann. „Jeder, der sich seiner Heimat und dem Natur- und Landschaftsschutz im Odenwald verbunden fühlt, muss jetzt gegen diesen derart fehlverstandenen EEG-Wahn aufbegehren“,
ergänzt Geograph Hahl.
Für Rückfragen
Harry Neumann, Landesvorsitzender Hessen der Naturschutzinitiative e.V. (NI) – E-Mail: h.neumann@naturschutz-initiative.de
Michael Hahl, M.A., Geograph, IHO-Vorsitzender u. Länderbeirat der NI – E-Mail: initiative@hoher-odenwald.de