Die Gemeinde will das Vorranggebiet „Stillfüssel“ in Schönmattenwag für die Windkraft selbst entwickeln, um einen größtmöglichen Nutzen für die Kommune zu erreichen. Dafür wurde jetzt auch ein Teilflächennutzungsplan verabschiedet, mit dem die Ausweisung weiterer Flächen – allen voran das ebenfalls bei Schönmattenwag liegende Gebiet „Flockenbusch“ – verhindert werden soll. Aus diesem Grund hat die Gemeinde auch eine negative Stellungnahme zu dem Vorhaben der Stadt Eberbach abgegeben, im badischen Bereich des Flockenbuschs einen Windpark zu errichten. Damit soll eine „Einkesselung“ des Ortsteils verhindert werden, wie Bürgermeister Joachim Kunkel erklärte.


Die Ministerin unterstrich die Bedeutung der frühzeitigen Information der Bevölkerung. „Wenn die Menschen den Eindruck haben, dass sie partizipieren können, wächst die Akzeptanz. Dagegen wird es schwierig, Lösungen zu finden, wenn es Widerstände gibt.“ Diese erst gar nicht entstehen zu lassen, sei der bessere Weg. Dafür stelle das Land Hessen den Kommunen auch Unterstützung in Form von Coaching-Angeboten zur Verfügung.

Erhalt des Landschaftsbildes

Der Erhalt des Landschaftsbildes ist auch für Puttrich ein wertvolles Gut. Deshalb soll in den Regional- und den Flächennutzungsplänen klar geregelt werden, welche Standorte für Windkraftanlagen geeignet sind und welche nicht. Derzeit würden diese noch erstellt, was auch ein Problem sei, da es deshalb noch keine rechtskräftigen Vorgaben gebe.

Zurzeit liefen noch Untersuchungen. Klar sei schon jetzt, dass die Landesregierung einen Mindestabstand zur Wohnbebauung von 1000 Metern festlegen wolle. Für die Abstände zwischen Windparks – ob drei oder fünf Kilometer – könne es aber keine hessenweite Regelung geben aufgrund der unterschiedlichen Topografie.

Auch die Festlegung der erforderlichen Windstärke wurde in der Runde diskutiert. Die bislang vorgesehenen 5,7 Meter pro Sekunde hält der Landtagsabgeordnete Stephan für zu hoch. „Das würde bedeuten, dass wir in Biblis keine Anlagen errichten könnten, während ein paar Kilometer weiter welche stehen, weil sich diese auf dem Gebiet von Rheinland-Pfalz befinden. Dort ist der Wert niedriger, die Anlagen laufen aber dennoch wirtschaftlich“, votierte er für eine Senkung. jün

Artikel vom: 30.08.2012 aus OZ