Odenwälder Zeitung, 25.04.2015

Briefe an den Herausgeber

Respekt an die Geschäftsführung ZAKB für die Windmessungen über 12 Mon. und den Mut auch die Konsequenzen zu ziehen. Die Windpotenzialkarten sind das Ergebnis von Computer-Simulationen. Die Realität hat gezeigt, dass die Prognosen zu optimistisch waren. Der TÜV Süd bewertet seine  Angaben inzw. vorsichtiger und stuft die Windgeschwindigkeit im Odenwald als niedrig ein. Man betont dass die Werte Näherungen sind, eine Verifizierung durch Messungen unabdingbar ist.

Wald-Michelbach und Hessen-Forst lassen von Betreibern HSE/EGO 6 WKAs 210m Höhe in ihre Wälder bauen für Pachteinnahmen. Natur und Gesundheit
der Bürger bleiben unbeachtet. Infraschall-Auswirkungen, ignoriert man. Rentabilität? Ob genügend Strom erzeugt wird, ist der Gemeinde egal. Risiko tragen Betreiber und Stromkunden. WKAs werden steueroptimiert, Gewerbesteuer? Fehlanzeige! Der Gemeindevorstand behauptet dass am Stillfüssel ausreichende Windgeschwindigkeit gegeben sei. Man habe Messungen am Hardberg, ca.3km entfernt, auf dem Sendemast des HR durchgeführt. Früher galt, Messung am Stillfüssel sind zwingend. Schon vergessen? HSE/EGO reichen Messungen auf der Sensbacher Höhe ca.15km entfernt. Gewaltige Kosten 35 Mill.€ geringer Nutzen ohne Messungen am Standort! Volles Risiko! Dafür eine Bürgerbeteiligung um die WKAs schmackhaft zu machen und eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erreichen.

Leider ist auch der Hessen-Forst bereit, wertvollen Wald zu opfern. Für ein Butterbrot. Fehlen Ausgleichsflächen zur Wiederaufforstung der gerodeten Flächen bekommt man die Walderhaltungsabgabe. Hessenforst wird nicht gegen den Willen der Kommunen in seinen Wäldern Rotoren aufstellen lassen. WMB, eine willige Gemeinde, begnügt sich nicht mit weniger als 6 WKAs. Wer verscheucht diese Narren aus unseren Wäldern? Den Orten, vor denen sie jeden Respekt verloren haben, Wasserschutz/FFH-Gebiete. Einflüsterer, die den Gemeindevertretern und  Bürgern suggerieren man hätte keine Wahl. Schon gar nicht werden getroffene Entscheidungen korrigiert, auch wenn Beispiele zeigen wie fragwürdig das Projekt ist. Denn dazu gehören Einsicht, Mut und Größe wie bei der ZAKB.

Manfred Hanke
69483 Wald-Michelbach