Die Offenlage des geänderten Regionalplanes Rhein-Neckar hat gezeigt, daß in den Gebieten „Stillfüssel“ und „Flockenbusch“ der Gemarkung Wald-Michelbach Flächen zur Errichtung von Windkraftanlagen vorgesehen sind. Dies trifft auf große Vorbehalte in der Bevölkerung. Daher hat im Auftrag der Bürgerinitiative „Gegenwind Ulfenbachtal“ der Rechtsanwalt Prof. Dr. Stefan Glatzl eine Stellungnahme zum Entwurf des einheitlichen Regionalplans Rhein-Neckar verfasst und bei den zuständigen Stellen eingereicht.


Darin wird unter anderem eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine FFH-Vorprüfung und eine Überprüfung im Hinblick auf die Geopark-Richtlinien für die zur Windenergienutzung vorgesehenen Flächen „Stillfüssel“ und „Flockenbusch“ zu beiden Seiten des Ulfenbachtals beantragt.

Die Errichtung von Windkraftanlagen an den vorgesehenen Standorten lässt aus Sicht der Bürgerinitiative eine solche Prüfung zwingend erscheinen, weil die betroffenen Gebiete in ihrer Schutzkategorie stark gefährdet erscheinen. Beide Standorte liegen zwischen den FFH-Gebieten „Brombachtal“, „Unteres Ulfenbachtal“ und „Eiterbachtal“. Eine Errichtung von Windkraftanlagen würde die bislang unberührte Naturlandschaft unter anderem durch die großflächige Rodung der geschützten alten Waldbestände (ca. 20.000 qm je Standort) stark verändert. Dieser erhebliche Eingriff und der Bau dieser Großanlagen (bis zu 175 m Höhe) zerstört die Landschaft in einem Umfang, der um die Geopark-Zertifizierung fürchten läßt. Mit einem Rückgang des Tourismus wäre im Überwald dann ohnehin zu rechnen.

 Die in den FFH-Gebieten lebenden seltenen Vogelarten (vor allem Fledermauspopulationen und Großvögel) sind durch die Einschränkung ihres Lebensraumes im Fortbestand gefährdet.

Ein weiterer Aspekt der Stellungnahme sind die gesundheitlichen Risiken, die von Windkraftanlagen ausgehen. So sind inzwischen die negativen Auswirkungen von Lärm, Infraschall und rotierende Schlagschatten medizinisch belegt.

Die Bürgerinitiative weist zudem darauf hin, daß das für einen wirtschaftlichen Betrieb erforderliche Windaufkommen bislang nicht glaubhaft nachgewiesen werden konnte und sei an den vorgesehenen Standorten auch äußerst unwahrscheinlich. Damit wären weder für die Kommunen noch für eventuelle Beteiligte an der Energiegenossenschaft die versprochenen Erträge zu erzielen. Nachdem selbst nach Ansicht des Windkraftanlagen favorisierenden hessischen Umweltministeriums ein Mindestabstand von 5 km zwischen Windparks bestehen müsse, verbiete sich eine mehrseitige Bebauung des Ulfenbachtals von selbst.

Wegen der Hysterie um die Windkraft sollen die letzten unberührten Naturräume des Odenwaldes, die bislang immer als besonders schützenswert galten, geopfert werden. Hiergegen anzukämpfen sieht die Bürgerinitiative als ihre Aufgabe an.